
Foto von Micha Brändli auf Unsplash
Die Demokratische Volksrepublik Korea, besser bekannt als Nordkorea, wurde am 9. September 1948 gegründet. Die Teilung der koreanischen Halbinsel war das Ergebnis globaler geopolitischer Spannungen, die nach dem Zweiten Weltkrieg eskalierten. Doch um die Gründung Nordkoreas wirklich zu verstehen, muss man weiter in die Geschichte zurückgehen.
Die Zeit der japanischen Kolonialherrschaft (1910-1945)
Korea war bis 1910 ein unabhängiges Königreich, wurde aber von Japan annektiert und für 35 Jahre als Kolonie ausgebeutet. Die japanische Herrschaft war von harter Repression, wirtschaftlicher Ausbeutung und kultureller Unterdrückung geprägt. Korea wurde zwangsweise modernisiert, jedoch ausschließlich zugunsten der japanischen Wirtschaft. Viele Koreaner*innen wurden in Zwangsarbeit geschickt oder zur Prostitution gezwungen (die sogenannten „Trostfrauen“). Gleichzeitig bildeten sich verschiedene Widerstandsbewegungen, die sowohl im Inland als auch im Ausland operierten. Besonders in China formierten sich Guerilla-Gruppen, darunter auch jene von Kim Il-sung, dem späteren Gründer Nordkoreas.
Das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Teilung Koreas (1945)
Nach Japans Kapitulation im August 1945 besetzten sowjetische Truppen den Norden der koreanischen Halbinsel, während die USA den Süden besetzten. Ursprünglich war dies als temporäre Lösung gedacht, doch die Spannungen zwischen der Sowjetunion und den USA wuchsen rapide. Der 38. Breitengrad wurde als provisorische Demarkationslinie festgelegt, die bald zur de facto Grenze zwischen zwei ideologisch verfeindeten Regimen wurde.
Der Kalte Krieg und die Entstehung zweier Staaten (1946-1948)
Die Sowjetunion etablierte im Norden eine kommunistische Verwaltung, die von Kim Il-sung geführt wurde. Kim, der zuvor in der Roten Armee gedient hatte, wurde als führender Kopf der nordkoreanischen Arbeiterpartei installiert. Währenddessen wurde im Süden unter US-Einfluss Rhee Syngman als Präsident eingesetzt.
1948 wurde der Versuch einer Wiedervereinigung durch die UNO untergraben, als sowohl im Norden als auch im Süden separate Regierungen gegründet wurden. Am 15. August 1948 rief Rhee Syngman die Republik Korea (Südkorea) aus, woraufhin am 9. September 1948 im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea unter Kim Il-sung proklamiert wurde. Damit war die Teilung Koreas offiziell besiegelt.
Fazit: Eine geteilte Halbinsel als Folge geopolitischer Konflikte
Die Gründung Nordkoreas war nicht nur das Ergebnis des Zweiten Weltkriegs, sondern auch das Resultat jahrzehntelanger kolonialer Unterdrückung und eines aufkeimenden Kalten Krieges. Die ideologische Kluft zwischen den Supermächten USA und Sowjetunion spielte eine entscheidende Rolle bei der dauerhaften Teilung der koreanischen Halbinsel. Bis heute bleibt Nordkorea eines der isoliertesten und politisch umstrittensten Länder der Welt, geprägt durch die Nachwirkungen seiner turbulenten Entstehungsgeschichte.
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