Seit seiner Gründung im Jahr 1948 hat Nordkorea eine bewegte Geschichte durchlebt, die von politischer Isolation, militärischen Spannungen und wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt ist. Die Entwicklung des Landes lässt sich in mehrere wichtige Phasen unterteilen, die das heutige Nordkorea geformt haben.
1. Die Gründung und der Koreakrieg (1948 – 1953)
Am 9. September 1948 wurde die Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea) unter der Führung von Kim Il-sung gegründet. Die koreanische Halbinsel war nach dem Zweiten Weltkrieg entlang des 38. Breitengrades zwischen der Sowjetunion (im Norden) und den USA (im Süden) geteilt worden.
1950 begann Kim Il-sung mit Unterstützung der Sowjetunion und Chinas den Koreakrieg, indem er Südkorea angriff. Der Krieg dauerte drei Jahre und endete 1953 mit einem Waffenstillstand, der die Teilung Koreas zementierte, jedoch nie in einem Friedensvertrag mündete. Bis heute befinden sich Nord- und Südkorea offiziell im Kriegszustand.
2. Die Konsolidierung der Macht und das Juche-System (1953 – 1970er Jahre)
Nach dem Koreakrieg festigte Kim Il-sung seine Macht und führte die Juche-Ideologie ein, eine Philosophie der wirtschaftlichen und politischen Selbstständigkeit. Er baute eine totalitäre Diktatur auf, stärkte den Personenkult um sich selbst und eliminierte politische Gegner.
Wirtschaftlich setzte Nordkorea auf eine zentral gesteuerte Planwirtschaft und Industrialisierung, was zunächst zu einem Aufschwung führte. Internationale Isolation und Misswirtschaft begannen jedoch schon in den 1970er-Jahren erste wirtschaftliche Probleme hervorzurufen.
3. Die wirtschaftliche Krise und Hungersnot (1980er – 1990er Jahre)
Mit dem Zerfall der Sowjetunion Anfang der 1990er-Jahre verlor Nordkorea einen wichtigen Handelspartner und Unterstützer. Das Land geriet in eine tiefe wirtschaftliche Krise, die durch Naturkatastrophen und Missmanagement verschärft wurde. Mitte der 1990er-Jahre kam es zur „Arduous March“ (Mühsamer Marsch)-Hungersnot, die schätzungsweise Hunderttausende bis Millionen Menschen das Leben kostete.
Kim Jong-il übernahm nach dem Tod seines Vaters Kim Il-sung im Jahr 1994 die Führung. Er konzentrierte sich zunehmend auf die militärische Stärke des Landes und führte die „Songun“-Politik (Militär zuerst) ein, wodurch die Armee Vorrang vor allen anderen Bereichen der Gesellschaft erhielt.
4. Die Entwicklung des Atomprogramms und zunehmende Isolation (2000er Jahre)
Unter Kim Jong-il intensivierte Nordkorea sein Atomprogramm, was zu internationalen Spannungen und Sanktionen führte. 2006 führte das Land seinen ersten erfolgreichen Atomtest durch. Nordkorea blieb international weitgehend isoliert, während die Bevölkerung unter harter Repression und wirtschaftlicher Not litt.
5. Kim Jong-un und die heutige Ära (2011 – heute)
Nach dem Tod von Kim Jong-il im Jahr 2011 übernahm sein Sohn Kim Jong-un die Macht. Er festigte seine Herrschaft durch die brutale Beseitigung von Rivalen, einschließlich seines eigenen Onkels und Halbbruders.
In den letzten Jahren hat Nordkorea seine Atomwaffenprogramme weiter ausgebaut und mehrmals Langstreckenraketen getestet, was internationale Spannungen verschärfte. Gleichzeitig hat Kim Jong-un punktuell wirtschaftliche und technologische Modernisierungen angestoßen, ohne jedoch grundlegende Reformen durchzuführen.
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